Gleiche Rechte für INDIOS…

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„Die WAORANIS“ die letzten Krieger des Dschungels!

Im Jahr 2005 habe ich erstmals den Stamm der Waorani in Ecuador kennengelernt. Diese Menschen leben im Dreiländereck Ecuador, Peru und Kolumbien. Wenn man den offiziellen Angaben der Regierungen glauben darf gibt es noch zirka 3000 Menschen vom Stamm der Waoranis. Die Geschichte der Waoranis aus Sicht der „Weißen“ ist kurz. Sie wurden erstmals wahrgenommen als 1945 die Amerikaner begannen im Dschungel nach Öl zu suchen. Es gibt eine Geschichte aus dem Jahr 1944. Ein Ingenieur mit 3 Einheimischen Begleitern kam aus einer Erkundungstour im Urwald nicht zurück. Ein entsandter Suchtrupp fand die Ölsucher tief im Regenwald von rot bemalten Speeren durchbohrt. Es gab einige weitere Vorfälle dieser Art bis im Jahr 1956 ein Kleinflugzeug mit 6 Missionaren und einem Piloten am Rio Curaray inmitten des Waoranilandes landete. Es war ein tödliches Unternehmen für die Expeditionsteilnehmer. Die Waoranis hatten riesige Angst vor dem Flugzeug und haben alle Insassen ermordet und solange auf den Flieger eingeschlagen bis dieser im Rio Curaray versank. Erst zwei Jahre später gelang es der Schwester des Piloten neuerlich eine Expedition zusammenzustellen und wieder in das Waoranigebiet vorzudringen.
Durch Zufall konnte dort Kontakt mit einer jungen Waoranifrau aufgenommen werden, deren Familie im Zuge einer Stammesfehde ermordet worden war. So kam es zum ersten nicht kriegerischen Kontakt der evangelischen Missionare mit den Waoranis. Ich hatte im Jahr 2007 das Glück diese Frau namens DAYUMA noch persönlich kennenzulernen. Sie kann die Geschichte des Jahres 1956 noch genau erzählen. Ebenso YOI der Dorfälteste vom Dorf Tiweno. Er war als junger Mann an den Ereignissen des Jahres 1956 beteiligt.

Viele Dörfer suchten die Zusammenarbeit mit den Missionaren und nahmen die Annehmlichkeiten in Anspruch, welche eine Taufe der Kinder einbrachte. Es gab Gummistiefel, Kleidung und es wurde ein wenig Spanisch unterrichtet, sodass die Möglichkeit bestand auch mit Menschen außerhalb des Waoranilandes zu kommunizieren.

Andere Dörfer wiederum wurden verlassen. Die Bewohner zogen sich weiter in den Urwald zurück und wollen noch heute weder mit der Mission noch mit den missionierten Stammesbrüdern zu tun haben. Der Wunsch wir „Gotte sei Dank“ nun auch von der Welt der Mission akzeptiert und die Leute werden in Ruhe gelassen.
Jene Dörfer, welche sich zur Kooperation entschlossen haben leben nun in einem Zwiespalt von alter Tradition und neuen Errungenschaften. In diesem Zustand habe ich die Waoranis im Jahr 2005 kennengelernt. Viele von ihnen werden als billige Arbeitskräfte missbraucht. Bis zum Jahr 2010 gab es keine staatlichen Schulen im Waoranigebiet. Nur Missionslehrer zogen von Dorf zu Dorf um den Menschen ein wenig Spanisch und Rechnen zu lernen. Seit 2011 hat sich das geändert. Präsident Raphael Correa hat die allgemeine Schulpflicht eingeführt. Wer am staatlichen Leben Ecuadors teilnimmt, der hat auch Anspruch auf eine entsprechende Bildung und einen regelmäßigen Schulbesuch. Die im Urwald zurückgezogen lebenden Stämme haben aber das Recht auf Selbstverwaltung und werden in Ruhe gelassen.

An Hand der Entwicklung im Dorf Tiweno, welches ich 2005 kennenlernte konnte ich die Veränderungen der letzten Jahre genau beobachten, da ich das Dorf fast jedes Jahr besucht habe. Zum Dorfältesten Yoi hat sich eine freundschaftliche Beziehung entwickelt. Auch sein Nachfolger Oma und dessen Familie zählen zu meinen persönlichen Freunden.

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2010 wurde in Tiweno die erste staatliche Schule errichtet. Sie heißt „Reina de Quito“ = Königin von Quito. Es wurde die Hütte errichtet für den Lehrer ein Pult und eine Tafel angebracht und das war es. Die Kinder mussten am Boden sitzen.

Dank der Hilfe von Schilling für Shilling konnte ich im Jahr 2014 eine Schuleinrichtung ins Dorf bringen. Weiters wurde Urlaubern eine Fotovoltaik Anlage auf dem Dach der Krankenstation neben der Landepiste errichte, welche auch von Schilling für Shilling finanziert wurde. Mit dieser ist nunmehr ein 36 stündiger Funkkontakt mit dem Militärflughafen in Puyo möglich. Die im Dorf arbeitende Krankenschwester Mencay kann im Notfall einen Arzt zu Hilfe rufen wenn es Komplikationen bei Geburten oder schwere Verletzungen gibt. Mein Freund Patricio aus Puyo, ein ehemaliger Missionslehrer und ebenfalls Mentor der Waoranis, unterstützt mich bei diesem Hilfsprogramm sehr tatkräftig.
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VIDEO ANREISE IN URWALD UND ÜBERGABE 3 Minuten

Ich freue mich jedes Mal, wenn ich ihn und meine Freunde die Waorani wieder besuchen kann. Immer wieder genieße ich das einfache Leben im Dschungel. Im Dorf Tiweno wird heute noch mit dem Blasrohr gejagt und mit dem Speer gefischt. Kleine Kaimane werden per Hand gefangen.

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Wir sitzen gemütlich bei Chicha in einer der ausschließlich aus Materialien des Urwaldes erbauten Waorani Häuser“ und essen dazu „pan de selva“ – Brot des Dschungels, eine nahrhafte fetthaltige Frucht, welche gekocht genossen wird. Das dicke Dach aus Palmenblättern hält die Hütte kühl und es ist sehr angenehm in der von Frauen selbst geknüpften Hängematte zu ruhen. Leider ist trotz dieser perfekten Lebensumstände der Trend zur Abwanderung der Jugend nach Puyo sehr stark, sodass die Dörfer immer kleiner werden.

Landflucht – ein Begriff der uns nicht unbekannt ist. Ich denke, nur mit guter Ausbildung kann man den jungen Waoranis klar machen, wie wichtig es ist die Tradition zu wahren und nicht alles über Bord zu werfen. Ich versuche immer wieder mit Negativbeispielen aus Europa zu dokumentieren wie schwer es ist ausgestorbene Tradition wieder zu beleben. In unserem Lebensraum haben wir erkannt, dass nicht nur das Neue das Gelbe vom Ei ist. In vielen Lebensbereichen wie Medizin, Ernährung müssen wir erkennen, dass wir oftmals modernen Irrtümern aufgesessen sind und wir greifen vielfach auf die altbewährten natürlichen Methoden zurück.

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SO LEBEN DIE WAORANIS IM REGENWALD